Samstag, 19. Mai 2012

Kambodscha - Phnom Penh, Besuch bei Andrea und Shianoukville

Phnom Penh!

Hier der zweite Teil zu meinem Aufenthalt in Kambodscha. Wie bereits erwähnt, ging es von Siem Reap weiter nach Phnom Penh, der Hauptstadt von Kambodscha. 

Wir sind mittags angekommen und abends noch mal ein bisschen durch die Stadt gelaufen. Phnom Penh ist ziemlich groß, was man an der Vielfalt der Geschäfte gemerkt hat. Auch waren hier die alltäglichen Dinge wesentlich billiger, als in einer Touristenstadt wie Siem Reap.

S-21 und die Killing-Fields

Am nächsten Tag haben wir uns dann das S-21 und die Killing-Fields angesehen. Einer der nicht so ermunternden Teile dieses Berichtes. Das S-21 war das "Sicherheitszentrum" im Krieg der roten Khmer. Es hatte eine ähnliche Funktion wie die Konzentrationslager im zweiten Weltkrieg. Gefangene wurden gefoltert um Informationen aus ihnen zu bekommen. Zu den Gefangenen gehörten einfache Zivilisten, Gebildete Menschen und auch vermeintliche Verräter aus den eigenen Reihen. Viele von ihnen waren unschuldig und wurden so lange gefoltert, bis sie Dinge zugaben, die ihnen in den Mund gelegt wurden, nur um den Qualen zu entkommen. Im Anschluss wurden sie hingerichtet, ob sie ausgesagt hatten oder nicht. Bis auf ein paar wenige Flüchtlinge, die es lebend geschafft haben, wurden alle ausnahmslos umgebracht.


Öffnungszeiten S21:
10:00 Uhr - 15:00 Uhr

Zwei mal täglich wird ein Video vorgespielt, der Geschichten der damaligen betroffenen erzählt. M. E. nach sehenswert. Die erste Vorstellung findet um 11 Uhr statt, an die Zeit der zweiten erinnere ich mich leider nicht mehr.


Gebäude Trakt A des S-21.

Die Sicherheitsregeln für Gefangene. Sie geben einen Aufschluss darüber, wie grausam es hier zugegangen ist.

Bevor das Gymnasium zum S-21 umfunktioniert wurde, waren dies Turngeräte. Sie wurden zu Foltergeräten umgewandelt, mit denen Gefangene in Bottiche Getunkt wurden, die mit Fäkalien gefüllt waren.

Eine Zelle im S-21. Wer in so einem Loch gefangen war hatte noch Glück und wurde nicht, wie manch andere Gefangene in großen Räumen gemeinschaftlich an Stangen am Boden festgekettet.
Dies geschah per Exekution auf den Killing-Fields. Hier wurden die Gefangenen mit verbundenen Augen in Lastwagen angefahren. Es lief laute Musik, so dass man die Schreie nicht direkt hören konnte. Dann mussten sie sich vor ein großes Loch knien und wurden i.d.R. erschlagen. Die Munition zum Erschießen wäre zu teuer gewesen.
Ein Bild, dass die Geschehnisse auf den Killingfields beschreibt. Ein Baum diente dazu, Babys an ihm zu erschlagen.

So friedlich es auch wirken mag, jede dieser Absenkungen im Boden war ein Massengrab für hunderte von Menschen, die auf den Killing-Fields exekutiert wurden

Trapeang Sdok - besuch bei Andrea

Das Khmer Neujahr habe ich bei Andrea verbracht, einer ehemaligen Arbeitskollegin, die in Kambodscha ein Volontariat als Englisch- und Deutschlehrerin gemacht hat. Hier habe ich einen weiteren tiefen Einblick in die Kultur Kambodschas erhalten. Zum Khmer Neujahr, kommen alle Familienangehörige, die es sich leisten können, aus den Städten zurück auf's Land um mit ihren Familien zu feiern. Es wird zusammengesessen, gegessen, getrunken, gespielt und getanzt. Wir waren jeden Tag woanders eingeladen und so viel wie in diesen Tagen habe ich schon lange nicht mehr gegessen. Überall wurde Essen auf den Tisch gestellt. Dass man gerade erst andere Leute besucht hat, wo es reichlich Essen gab, interessierte nicht und man will ja auch nicht unhöflich sein und gar nichts essen. Einen Abend haben wir gemeinsam gekocht und ich habe es mir nicht nehmen lassen Bratkartoffeln mit Spiegeleiern zu machen. Ich weiß nicht wie vielen es wirklich geschmeckt hat, aber sie wurden leer. :-)
Gemeinsames Essen mit Schülern und Freunden von Andrea. Auch  Sonja war mit dabei, eine Österreicherin, die einen kambodschanischen Freund hat - der unglaublich gut kochen kann! :-)
Das auf dem Bild ist Palmenwein. Er wird im selben Beutel verkauft, in dem er hier ausgeschenkt wird. Für uns eine lustige Vorstellung, ein Getränk im Beutel zu kaufen. Andere Länder, andere Sitten!
Die Schule in der Andrea unterrichtet hat. Im ersten Stock des rechten Gebäudes sind die Schlafsäle  für die Lehrer.

Das Khmer Neujahr wird drei Tage gefeiert. Am dritten Tag sind wir auf den Phnom Chisor gewandert. Ein Tempel in der Nähe von Tropeang Sdok, auf dem ein alter Tempel steht. Hier werden zum Neujahr buddhistische Rituale abgehalten. Der Weg nach oben ist recht hart, aber ist man erst mal oben, hat man eine wunderschöne Aussicht über das umliegende Land.
Die Aussicht vom Phnom Chisor.




Mönche die unter einem Bodhi-Baum auf ihre Gaben warten.
Ein gegrilltes Huhn. Schmeckt zwar wie bei uns, ist mit einem komischen Bauchgefühl verbunden,  wenn sie so "naturbelassen" serviert werden.
In der Zeit habe ich einige Wörter Kambodschanisch gelernt und wurde zum Lacher, als ich mir ein paar Eier für's Abendessen kaufen ging. Die Dame im kleinen Laden sprach kein Englisch und ich zu wenig Kambodschanisch um ihr zu sagen was ich möchte. Dann habe ich mit den Händen die Form eines Eis gemacht und ein Huhn immitiert. Sie wusste immer noch nicht, was ich von ihr wollte. Dann habe ich glücklicherweise in einem Regal hinter ihr die Eier entdeckt und auf sie gedeutet. In einem späteren Gespräch hat sich dann herausgestellt, dass in Kambodscha i.d.R. Enteneier gegessen werden. Kein Wunder, dass die Frau mich nur verdutzt angeschaut hat, als ich ein Huhn imitiert habe. Enten gackern ja nicht!
Andrea kam heim und hat die Story von den Nachbarn natürlich gleich brühwarm erzählt bekommen. :-)
Die Tage vergingen recht schnell und nach einer Weile hatte ich mich auch an mein Bett gewöhnt, welches lediglich aus einem Holzgestell und einer Bastmatte bestand, welches von einem Fliegennetz vor Mücken geschützt wurde. 
Mein Bett. Gewöhnungsbedürftig, aber eine Erfahrung wert! :-)
Wenn Kambodschaner feiern und tanzen, spielen sie immer ein paar aktuellere Titel und dann etwas Kambodschanische Musik, zu der alle gemeinsam im Kreis tanzen.
Meist steht eine Stange oder etwas ähnliches in der Mitte, um die dann getanzt wird.
Hier die Anlage, welche (soweit ich weiß) am Abend gemietet wird un dann auf einem solchen Gefährt angeliefert und betrieben wird. :-)
Andrea und ihr Freund Dy - hier voll mit Babypuder. Das bringt Glück für's neue Jahr!
Am Tag nach Neujahr bin ich weiter nach Kampot gefahren... 

Kampot

Bleiben wo der Pfeffer wächst ... so sagt man es bei uns. Doch Kampot war schöner, als man es dem Betroffenen in jener Redewendung wünscht. Der Weg nach Kampot war nicht ganz einfach, da ich über mehrere kleine Städte bis nach Kampot fahren musste. Die Fahrt war stellenweise eine echte Tortur. Mein bisheriger Rekord: 20 Leute + 3 Kinder inkl. Gepäck in einem Minivan!
Hier meine Sitzreihe im Minivan. Ich hatte genau eine halbe Pobacke Platz auf der zweistündigen Fahrt.
Auf Grund mehrerer Empfehlungen bin ich zum Blissful Guesthouse gefahren und habe dort in einem Dorm für 2$ die Nacht geschlafen. Das Blissful Guesthouse ist sehr schön gemacht und es wurde Abends nette Unterhaltung, wie z.B. eine Quizznight angeboten. Die Fragen entsprachen einem Trivial Pursuit aus den Siebzigern, aber Spaß gemacht hat es trotzdem. 
Am ersten Tag in Kampot habe ich mir zusammen mit einem Fahrer eine Höhle angesehen, in der ein Tempel gebaut wurde. Ein paar kleine Mädchen haben sich dort als Guide etwas Geld verdient und sind mit den Touristen durch die engen Gänge geklettert.
Ein Bild aus der Höhle. An der Decke hingen ein paar Fledermäuse, eine habe ich sogar im Flug erwischt. :-)
Im Anschluss bin ich nach Kep und von dort mit dem Boot nach Rabbit Island gefahren. Bis zum Abend habe ich am Strand der Insel rumgelegen, bin geschwommen, habe gelesen und etwas geschlafen. Nachdem ich mit dem Boot zurück nach Kep gefahren bin, hat mein Fahrer auf mich gewartet. Ich habe das erste mal grünen Pfeffer gegessen und mir im Anschluss mit ihm die Pfefferplantagen angeschaut.
Rindfleisch mit frischem grünen Pfeffer (unser schwarzer Pfeffer ist geröstet, daher schwarz).
So wächst also Pfeffer! :-)
Auf dem Heimweg sind wir noch an den recht unspektakulären Salzfeldern vorbei gefahren. Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Sihanoukville, welches an der Südwestküste von Kambodscha liegt.

Sihanoukville, Koh Rong und zurück!

In Sihanoukville angekommen habe ich mich mit Kathrin am Otres Beach wieder getroffen. Sie war bereits eine Weile dort und hat das Neujahr auf einer einsamen Insel gefeiert, auf der es weder Strom noch richtige Hütten gab. Wir haben eine Nacht in einem Hotel am Otres Beach geschlafen und sind am nächsten Tag gleich weiter nach Koh Rong gefahren, was mir von vielen Leuten empfohlen wurde.
Ein wunderschöner Sonnenuntergang am Otres Beach in Sihanoukville.
Koh Rong ist eine kleine Insel, ca. 2 Std. mit dem Boot von Sihanoukville entfernt. Strom gibt es hier nur gegen Abend, etwa vier Stunden, wenn die Generatoren für die Beleuchtung angeworfen werden. Auf Koh Rong kann man nicht wirklich viel machen. Es gibt eine Tauchschule, einige Unterkünfte, ein paar Bars und Restaurants und das war es auch schon. Hört sich nicht gerade prickelnd an, aber es ist ungemein entspannend, wenn man nach dem vielen unterwegs sein mal zum nichts tun gezwungen wird. Die letzten Monate habe ich jeden Tag damit verbracht mir irgendetwas in dem Ort anzusehen, in dem ich gerade war oder sonstwie die Zeit sinnvoll zu nutzen. Auch wenn viele vielleicht denken, es ist wie Urlaub, kann es doch recht anstrengend sein, den ganzen Tag von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu touren und sich auf die Herausforderungen einzulassen, die dieses Vorhaben mit sich bringt. Nicht so auf Koh Rong - es gab ja nichts zu tun. Was es jedoch gab, waren die schönsten Strände, die ich in meinem bisherigen Leben gesehen habe! Es war nicht viel los auf der Insel und so hatten wir die Strände so ziemlich für uns alleine. Ist man ein Stück gelaufen, kam man zu einem Strandabschnitt der mehrere Kilometer lang war, ins türkisfarbene Wasser mündete. Es war wirklich traumhaft schön.
Leider hatten wir am schönsten Strand nur Bücher und keine Kameras mit, dieser hier war aber auch sehr schön und kommt dem anderen schon sehr nahe.
Ausblick aus unserem Zimmer. Wir haben stolze 10$ Dollar pro Nacht bezahlt, aber die Lage ging kaum besser. :-)
Ohne Worte. :-)
Nach ein paar Tagen auf der Insel sind wir wieder zurück nach Sihanoukville gefahren und haben für 3€ die Nacht in einem Dorm im Monkeys Republic geschlafen. Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Vietnam, worüber ich im nächsten Bericht erzählen werde ...

Viele Grüße aus Da Lat! :-)

Donnerstag, 12. April 2012

Kambodscha - Siem Reap

Ankunft in Siem Reap + Angkor Tempelanlagen

Nach ein paar erholsamen Tagen am Strand haben wir (Katha, Kathrin, Julie und ich) am 23.4.2012 die Kambodschanische Grenze überqueert. Der erste Stop war Sieam Reap, um die berühmten Tempelanlagen von Angkor und die schwimmenden Dörfer zu besichtigen. In Siem Reap angekommen haben wir die erste Zeit im Pop Rendevouz Guesthouse geschlafen. Ein Doppelzimmer mit Ventilator und privatem Bad hat 6$ die Nacht gekostet. Die Zimmer waren ganz in Ordnung, aber das Personal sehr nervig. Es bestand zum großen Teil aus Tuktuk-Fahrern, die einem jedes Mal wenn man ihnen begegnet ist eine Tour aufschwätzen wollten. Noch dazu waren es nicht mal gute Preise, die sie angeboten haben. Den ersten Tag sind wir zu den schwimmenden Dörfern gefahren. Der Eintritt zum Tonle Sap See, auf dem sich die Dörfer befinden, betrug 2$ und eine Tour von 2 Std. auf einem Boot wurde für happige 20$ pro Person angeboten - handeln zwecklos.

Hier werden Lotusblüten verkauft. Sie enthalten Fruchfleisch das herausgeschält und gegessen werden kann.


Die Dörfer waren wirklich beeindruckend. Der See ist der größte Süßwassersee Südostasiens und hat in der Trockenzeit eine Größe von 3.000m². In der Regenzeit dehnt sich diese Fläche auf beeindruckende 12.000m² aus.

Wir fanden das Wasser des Sees schon etwas eklig, den Kindern hat das nichts gemacht,


Auf dem See gibt es wirklich komplette Dörfer, deren Bewohner auf Booten, bzw. Hausbooten leben. Hier schwimmt wirklich alles. Von Häusern, über Schulen und Supermärkten, bis hin zu Kräutergärten und Turnhallen.

Eine voll eingerichtete Küche.

Ein schwimmender Kräutergarten.

Die Sporthalle der Schule. Hier werden auch alle Feste gefeiert, da sie viel Platz bietet.
Um Geld zu verdienen, werden hier Krokodile gezüchtet, um deren Fleisch und Leder zu verkaufen.

Kathrin mit einem bösen Krokodil. :-P
Abends sind wir dann noch über die Pub-Street gelaufen und haben ein nettes Restaurant gefunden in dem wir etwas gegessen haben. Hier haben wir uns noch mal mit Yvonne und Miles getroffen. Ziemlich lustig so weit weg von daheim auf Leute aus der Heimat zu treffen. :-)


Unsere Stammkneipe - hier gab es immer kostenloses Popcorn und kostenloses Wasser. Essen war günstig und hat geschmeckt - was will man mehr?
Den folgenden Tag wollten wir uns auf die Tempel vorbereiten. Um etwas Wissen aufzubauen sind wir erst ins War- und dann in's National-Musem gegangen.

Kathrin und Katha auf dem Weg zum War-Museum.
Das War-Museum (5$ Eintritt +1$ Donation pro Kopf für den Guide) hat über die verschiedenen Kriege berichtet, die in Kambodscha stattgefunden haben. Wenn man die ausgestellten Bilder sieht und die Geschichten hört, bekommt man erst mal wieder ein Bewusstsein dafür, wie gut es einem doch in einem friedlichen Land wie Deutschland geht.

Hier ein Raketenwerfer der umgangssprachlich auch Stalin-Orgel genannt wurde. Er hat eine Reichweite von 20 Km und vernichtet alles in einem Radius von 500m. Unvorstellbar, was allein ein solches Geschütz an Schaden anrichten kann.
Ein Foto unseres Guides im War-Museum als er noch ein Junge war. Keine neun Jahre war er alt.
Im National-Musem (12$ normaler Eintritt, 6$ für Studenten + 3$ für den empfehlenswerten Audioguide) wurde dann alles gezeigt, worauf die Kambodschaner stolz sind. Tempel, Tempel und noch mehr Tempel! Die verschiedenen Epochen wurden erläutert. Die Könige welche in den Epochen regiert haben und es wurden Götter erklärt, deren "Funktion" und welche Tempel welchen Göttern gewidmet wurden. Ein wirklich guter Einstieg, bevor es am Folgetag das erste Mal zu den Angkor Tempelanlagen ging.

Angkor Tempelanlagen

Ich habe auf meinem bisherigen Weg viele Leute getroffen die bereits dort gewesen sind und alle sagten mir, es ist wirklich beeindruckend. Da ich schon viele Tempel in Thailand und Laos gesehen habe, zweifelte ich anfangs, ob mich die Angkoranlagen wirklich so sehr beeindrucken, doch das haben sie! Wir wollten uns den Sonnenaufgang anschauen und sind gegen 5 Uhr am Hotel losgefahren. Den Sonnenaufgang haben wir uns am bekanntestem Tempel, Angkor Wat, angeschaut. Es war wirklich spektakulär. Wir sind im dunkeln angekommen und haben bei Beginn des Sonnenaufgangs nur langsam die Umrisse der berühmten Anlage gesehen. Es wurde heller und heller und mehr und mehr wurde erkennbar. Wir haben bestimmt 100 Fotos geschossen, wovon natürlich nur ein paar brauchbar sind. Es gibt zwei Tage im Jahr an dem die Sonne genau Mittig über den Angkor-Türmen aufgeht. Das ist der 23.3. und der 23.9. jeden Jahres. Leider haben wir dies erst vor Ort erfahren, aber da wir nur drei Tage Differenz zum 23.3. hatten, ist die Sonne immer noch sehr mittig über dem Hauptturm des Angkor Wats aufgegangen. Sehr beeindruckend. :-)

Der berühmte Angkor Wat Tempel bei Sonnenaufgang.

Drei Mönche die Morgens an den Tempelanlagen spazieren gegangen sind.

Ein Nachbau der Angkor Wat Tempel aus Stein gemeißelt.
Nachdem die Kinder morgens am Tempel Kaffe, Tee und Speisen verkauft haben, werden sie zur Schule gefahren. Man sieht sechs, tatsächlich waren es sieben auf einen Streich - unvorstellbar!
Danach haben wir uns noch Angkor Tom, Bayon und Ta Phrom angeschaut (unser Rundgang wird auch als Small-Tour bezeichnet). Zwischen diesen größeren Tempeln lagen noch jede Menge  kleinere Tempel, wie die Elephant Terrace, die Terrace of the Lebra King und viele andere.

Eines der berühmten Gesichter des Bayon-Tempels.

Gruppenfoto am Bayon Tempel

Ein riesiger Baum, gewachsen auf der Ta Phrom Tempelanlage.

Ein Motiv welches sich auf vielen Postkarten findet, geschossen am Ta Phrom Tempel.

Durch die Tür hinter mir ist Angelina Jolie im Tomb Raider Film gerannt, als dieser am Ta Phrom Tempel gedreht wurde.
Wir waren von morgens um 5 bis abends um 5 unterwegs und sind schlagkaputt zurück in's Hotel gekommen. Die komplette Tour hatte uns mit vier Personen inkl. TukTuk und englischsprachigem Guide 15$ pro Kopf gekostet. Da unser Guide wirklich sehr gut Englisch konnte, alle Geschichten gut erklären und bei allen Fragen Rede und Antwort stehen konnte (wir haben durch den Vortag im National-Museum wirklich sehr detailiert gefragt), haben wir uns direkt seine Nummer geben lassen. Er verlangt 25$ pro Tag und ist unter folgender Nummer erreichbar: 012603061
E-Mail: dsokoeurn@yahoo.com


Nach der ersten Angkortour musste ich nach Phnom Penh um ein paar Sachen bei der Botschaft zu erledigen. Am selben Tag ist auch Katha zurück nach Bangkok gefahren. War wirklich schön sie mal wieder zu sehen und sie hat sich gefreut, nicht nur einen normalen Strandurlaub zu verbringen, sondern noch ein Stück mit zu traveln und auch mal Kambodscha gesehen zu haben. :-)
In Phnom Penh habe ich dann meinen ersten Eindruck der Hauptstadt bekommen. Es hat ca. drei Stunden gekostet die Deutsche Botschaft zu finden und es war die einzige Botschaft die ich gesehen habe, die statt stolzen Fahnen vor'm Gebäude nur ein kleines Blechschild aufgehängt hat. Da ist der Nationalstolz den wir bei der Fussball-WM 2008 gewonnen haben wohl noch nicht angekommen. :-)

Die Deutsche Botschaft in Phnom Penh - Stolz ist anders. :-P
Geschlafen habe ich im Narin 2 Guesthouse, auf der Str. 111 für 6$ die Nacht. Das ist für Phnom Penh wirklich okay, da die Gästhäuser hier doch etwas teurer sind.
Danach ging es gleich zurück nach Siem Reap um die Tempel fertig zu besichtigen. Da uns die Tuktukfahrer zu nervig waren sind wir zwei Häuser weiter im Smileys Guesthouse eingezogen. Ein Dreibettzimmer mit Fan und kalter Dusche haben wir für 8$ / Nacht bekommen, also weniger als 3$ pro Kopf. An den Tempelanlagen haben wir noch zwei weitere Tage verbracht. Einen Tag haben wir uns Fahrräder für 1,50$ / Tag beim Guesthouse ausgeliehen und die Grand-Tour gemacht und einen weiteren Tag sind wir dann mit einem Tuktuk samt unserem Guide zu den weiter entfernten Bantey Srei Tempeln, sowie der Ruolus Group gefahren.  Wir hatten uns für die Tempel einen 7-Tage Pass gekauft, es letztlich aber nur drei Tage zu den Tempeln geschafft. Je nachdem wie viel man sich pro Tag zumutet, kann man die meisten Tempel innerhalb von 3 Tagen abhandeln. Ich empfehle auf jeden Fall so viel Zeit mit zu bringen, dass tempelfreie Tage zwischen den Touren eingebaut werden können, da man sonst irgendwann "getempelt" ist und die Sache ihren Charme verliert. Folgendes sind die Preise für die Tempelausweise:

1 Tag: 20$
3 Tage: 40$
7 Tage: 60$

Bei den mehrtägigen Tickets unbedingt darauf achten, dass die Tage nicht in Folge genommen werden müssen! Wenn man mit den Tuktuks über einen Preis diskutiert, unbedingt eine Tempelkarte mitnehmen, um sicher zu gehen, dass der Fahrer wirklich weiß, was ihn erwartet! :-)

Gefasst von einer Elefantenwurzel! xD

Sokoeurn erklärt Bilder die in die Tempelwände gemeißelt wurden.

Meißelarbeiten am Bantey Srei - dieser Tempel wird auch Frauentempel bezeichnet und ist berühmt für seine gut erhaltenen und detailierten Bilder.
Hier eine kambodschanische Schulklasse die an den Tempeln spielt. Sie haben sich mit Puder geworfen. Der weiße Geist im Hintergrund gehört nicht zur Truppe. :-P

Baray See

Nach der zweiten Tour mit unserem Guide, haben wir ihm in einem Gespräch gesagt, dass wir die folgenden Tage gerne zum Baray See möchten. Das ist ein See, welcher sich in der Nähe der Tempel befindet. Bei dem Wetter ist es super angenehm auch mal schwimmen zu gehen. Unser Guide hat uns gefragt ob wir gemeinsam gehen wollen und so haben wir uns am See verabredet. Wir sind mit dem Fahrrad gefahren. Die Fahrt hat ca. 1 Stunde gedauert und war doch ziemlich mühsam bei der Hitze. Hier hätte sich ein Tuktuk doch gelohnt (Kathrin und Julie waren an dem Tag an dem ich in Phnom Penh war gemeinsam am See und haben 5$ für ein Tuktuk bezahlt - Hin- und RÜckfahrt). Am See angekommen war Sokeurn (unser Guide) bereits mit ein paar Freunden dort. Wir haben gemeinsam Bier getrunken und recht exotisches Kambodschanisches Essen probiert. Unter anderem Khmer Nudelsuppe und einen Fisch der im See unter'm Schlamm lebt. Er wird gegrillt und kann am Stück gegessen werden. Wir haben zusammen gesessen bis es dunkel wurde. Sokeurn hat alles bezahlt, was uns sehr positiv überrascht hat. Wir hatten kein Licht am Fahrrad, da hat er uns noch bis in die Stadt hinein begleitet, wirklich sehr nett. :-)
Die Truppe am See - von links nach rechts: Kathrin, Julian, Julie, drei Freunde von Sokeurn (deren Namen ich nicht mehr genau weiß) und ganz rechts Sokeurn.

FOCO Waisenhaus

Im Guesthouse haben wir Mirijam und Hans kennengelernt. Kathrin ist Hans am Empfang begegnet, als sie sich nach Waisenhäusern informieren wollte um dort zu arbeiten. Die beiden arbeiteteten gerade bei FOCO, einem Waisenhaus in der Nähe der Tempelanlagen.

Hans und Mirijam. :-)
Im Waisenhaus leben ca. 25 Kinder und ein paar ansäßige nehmen am Unterricht teil, der für die Kinder abgehalten wird. Wir haben sie zum Waisenhaus begleitet und uns beim gemeinsamen Kochen beteiligt. Es gab Nudeln mit Bolognese-Soße. Für die meisten Kinder das erste Mal in ihrem Leben, dass sie Nudeln gegessen haben. Schwer zu sagen ob sie gegessen haben weil es ihnen geschmeckt hat oder weil sie unglaublichen Hunger hatten.

Das Essen im Waisenhaus - wie vielen die Pasta wirklich geschmeckt hat bleibt unklar, aber schön war's! :-P
Nach dem Essen wurde Musik gespielt und wir haben mit den Kindern getanzt. War wirklich sehr lustig. Die Kinder sind so herzlich und doch recht anders, als es Kinder bei uns in Deutschland sind. Wenn hier der Lehrer nicht kommt, dauert es 30 Minuten bis sich ein Kind traut fragen zu gehen was los ist, während in Deutschland nach 5 Minuten der Großteil der Klasse bereits auf dem Pausenhof verteilt spielt.

Abendliches Tanzen - ein Highlight für die Kinder.

Hier der Schlafraum für 25 Kinder, Jungs auf der einen und Mädchen auf der anderen Seite. Schwer vorzustellen, 25 Kinder auf so wenig Raum.

Eines der beiden Bilder, die mir die Kinder am Abschied geschenkt haben.

Das zweite Abschiedsbild.
Am Abend wurden wir von Sophean auf eine Eröffnungszeremonie eines Tempels in seinem Heimatdorf eingeladen. Die Gelegenheit haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen und sind für zwei Tage und eine Nacht in sein Heimatdorf gefahren. Die Eröffnungszeremonie wird eine ganze Woche lang abgehalten und es kommen tausende Menschen aus der ganzen Umgebung. Wir haben im Haus von Sopheans Mutter geschlafen und wurden von ihr bekocht. Sie haben uns gezeigt wie sie Palmzucker herstellen und es gab Palmensaft zu trinken.

Hier wird Palmzucker hergestellt. Erst wird der Palmensaft sudig gekocht und dann gerührt bis er zu einer festen Masse wird.

Das erste mal Palmenzucker essen - sehr süß, aber lecker!

Hier ein Restaurant bei dem wir Mittagessen bestellt haben. Da hat man schon erst mal Bedenken, wenn bei 35 Grad alle Zutaten in der Mittagshitze stehen, sind aber alle gesund geblieben. :-)
Abends sind wir dann auf die Eröffnungszeremonie gegangen. Wir waren die einzigen Barangs - so werden die weißen in Kambodscha genannt. Der Name meint eigentlich Franzose, welche Kambodscha für eine lange Zeit besetzt hatten. Da sie uns nicht auseinander halten können, sind wir einfach alle Barangs. :-)

Der Tempel, prunkvoll zur Eröffnung geschmückt.

Da wir die einzigen Barangs waren, wurden wir auch so angeschaut. Die meisten Leute in dieser ländlichen Gegend haben jahrelang keinen Europäer mehr gesehen, wenn sie überhaupt schon mal einen zu Gesicht bekommen haben. So kam es nicht selten vor, dass passierende Leute gegen den Vordermann gelaufen sind, da sie beim Vorbeilaufen den Kopf verdrehten, mit offenem Mund vor einem standen oder ihren ganzen Freunden stolz zeigen mussten, dass sie einen Barang entdeckt haben. Hier und da wurden wir auch "heimlich" fotografiert, was beim Entdecken meist zu einem verschähmten Lächeln geführt hat. Aber alles in allem waren die Menschen super freundlich. Es gab auf dem ganzen riesen fest, wo auch getrunken wurde, keinerlei Ausschreitungen. Das mag auch daran liegen, dass Schläger bis zum Ende des Festes öffentlich angekettet werden. Ist das Fest vorbei, werden ihnen die Haare rasiert und sie müssen eine Weile als Mönch leben, damit sie wieder zur Besinnung kommen. Solche Strafen sollten sie in Deutschland mal umsetzen - die Zahlen der Prügeleien würden ruck zuck in den Keller sinken. :-)

Ein angebrütetes Ei gilt hier als Delikatesse!

Wie auf unseren Jahrmärkten wird auch hier mit Pfeilen auf Ballons geworfen, nur die Preise sind anders. Zu gewinnen gibt es Zahncreme, Duschgel oder Haarfarbe.
Nach dem Fest sind wir heim gelaufen und haben uns schlafen gelegt. Wir hätten gerne ausgeschlafen, aber als unter dem Stelzenhaus in dem wir untgergebracht waren die ersten Hähne gekräht haben, wurde es schwierig. Das laute Muhen einer Kuh hat uns dann endgültig aus dem Schlaf gerissen, da wir uns zu tode erschreckt haben. Anschließend gab es noch Frühstück und Mittagessen. Eigentlich wollten wir schon morgens heim fahren, aber wir mussten warten bis das Taxi repariert war das uns heim fahren sollte.

Geschlafen wurde auf Holzboden, als Unterlage diente eine dünne Bastmatte.

Brunchen mal anders ...

Hier das Menü - kaum zu glauben, aber die Käfer haben am besten geschmeckt.

Lange vorgenommen, nie umgesetzt. Dann endlich neue Grenzen überschritten! :-)
Das war's im großen und ganzen über unsere zeit in Siem Reap. Mittlerweile haben wir bereits Phnom Penh abgehakt und ich bin über Neujahr mitten auf dem Land und besuche Andrea, eine alte Arbeitskollegin die hier als Lehrerin arbeitet...

Weitere Berichte folgen ... :-)